Insgesamt besitzt die Forschergruppe sieben inhaltliche Teilprojekte, die sich dem Untersuchungsgegenstand aus drei Perspektiven annähern: Die Teilprojekte eins bis vier beschäftigen sich mit den Auswirkungen von Onlinemedien auf Individuen – beispielsweise auf politische Einstellungen und Verhaltensweisen. Die Teilprojekte fünf und sechs nehmen die Organisationsebene in den Blick und fragen, inwiefern sich politische und mediale Organisationen verändern – ob also zum Beispiel finanzielle oder personelle Ressourcen verstärkt in den Online-Bereich umgeschichtet werden. Das siebte Teilprojekt befasst sich mit der Makroperspektive und untersucht den von Onlinemedien ausgelösten Wandel auf Ebene der Gesellschaft. Die Zusammenarbeit der sieben Teilprojekte wird von der Heinrich-Heine-Universität aus koordiniert.


Teilprojekt 1: Verbreitung und Austausch von Nachrichteninhalten im Social Web – Interaktion zwischen massenmedialen und interpersonalen Kommunikationsformen

Projektleiter: Prof. Dr. Hans-Bernd Brosius und Dr. Veronika Karnowski (München)

Projektmitarbeiter/innen: Anna Kümpel, M.A. und Dr. Dominik Leiner (München)

Im Zentrum dieses Teilprojekts stand in der ersten Förderperiode die Frage nach den Konsequenzen des Medienwandels für politische Thematisierungsprozesse. Am Beispiel der Videoplattform YouTube wurde gefragt, wie sich die Entstehung politischer Agenden durch den Medienwandel ändert und welche Rolle die Nutzer im Prozess dieses kollektiven Gate-keepings spielen. Dabei kamen wir zu dem Ergebnis, dass die Thematisierung von Videoclips auf Nachrichtenwebsites durch deren massenhafte Verbreitung in anderen Plattformen des Social Web bedingt wird, die damit als Vermittler zwischen Videoplattformen und massenmedialer Berichterstattung agieren. Die politische Kommunikation im (Social) Web muss daher als angebotsübergreifender Diffusions- und Austauschprozess verstanden werden, der sich über verschiedene Kommunikations- und Angebotsformen hinweg vollzieht. So konnten wir im Rahmen der Untersuchungen unseres Teilprojekts feststellen, dass eine aktive Partizipation in Form von Kommentaren auf YouTube, gemessen an den Nutzerzahlen, relativ selten stattfindet, stattdessen verlagert sich die Kommentierung von Clips zunehmend in andere Angebote des Social Web, insbesondere facebook.

Unser Ziel für die zweite Förderperiode ist es daher zu untersuchen, wie sich von professionellen Kommunikatoren auf Nachrichtenwebsites publizierte Inhalte im Social Web verbreiten, d.h. von den Usern genutzt und kollektiv gewichtet werden. Dieser Diffusionsprozess führt – je nach Diffusionserfolg des Nachrichteninhalts – zu einer unterschiedlichen Sichtbarkeit des entsprechenden Nachrichteninhalts auf verschiedenen Plattformen. Betrachtet man dies aus der Perspektive der Agenda-Setting-Forschung, so entstehen – aufgrund der unterschiedlichen Sichtbarkeit verschiedener Nachrichteninhalte durch Weiterleitungen und Bewertungen – plattformspezifische Austausch- und Diskussionsagenden der User, welche wiederum im Sinne von Intermedia-Agenda-Setting- bzw. Agenda-Building-Effekten auf die Selektion und Publikation von Nachrichteninhalten durch professionelle Kommunikatoren und damit die originäre Medienagenda zurückwirken. Da nunmehr die grundlegenden Mechanismen der Verbreitung von Nachrichteninhalten fokussiert werden sollen, liefert die Forschungstradition der Diffusionsforschung/Nachrichten­diffusion den theoretischen Rahmen für die zweite Projektphase. Diese soll dabei sowohl mit Agenda-Setting-Ansätzen verbunden als auch um weitere verwandte Konzepte zu Phänomenen des Social Web aus der Kommunikationswissenschaft (bspw. Social Navigation) und benachbarten Disziplinen (bspw. Cross Pollination) angereichert werden. Methodisch soll das Vorhaben durch automatisierte Beobachtung der entsprechenden Nutzeraktionen im Social Web und automatisierte und manuelle Inhaltsanalysen der Nachrichteninhalte untersucht werden. Die Nachrichtendiffusionsforschung hat sich bisher ausschließlich mit Themen auf der Ebene von Einzelereignissen auseinandergesetzt. Im Rahmen der zweiten Projektphase wollen wir in zwei Projektbereichen sowohl diese Ebene als auch die Ebene konkreter Subthemen in den Blick nehmen. Die so gewonnenen Erkenntnisse sollen dann zur Erweiterung des vorhandenen Theoriekanons und insbesondere zu einer Integration von Diffusions- und Agenda-Setting-Ansätzen dienen.

Publikationen:

Brosius, H.-B. (2013). Neue Medienumgebungen. Theoretische und methodische Herausforderungen. In O. Jandura, A. Fahr, & H.-B. Brosius (Hrsg.), Theorieanpassung in der digitalen Medienwelt (S. 13-29). Baden-Baden: Nomos.

Vorträge:

Brosius, H.-B., & Keyling, T. (2012, Mai). Politik auf Videoplattformen. Posterpräsentation auf der 57. Jahrestagung der DGPuK „MediaPolis – Kommunikation zwischen Politik und Boulevard“, Berlin.

Keyling, T., & Brosius, H.-B. (2012, Mai). YouTube as an intermediary. The emergence and uses of political agendas on YouTube. Vortrag gehalten auf der 62. Jahrestagung der ICA „Communication and Community“, Phoenix (USA).

Keyling, T., & Brosius, H.-B. (2012, Oktober). Politics on YouTube: Mirror of the mass media or more diversity of political information? Vortrag gehalten auf der 4. European Communication Conference (ECREA), Istanbul (Türkei).

Keyling, T., Kümpel, A., & Brosius, H.-B. (2012, Oktober). Die Darstellung von Politikern auf YouTube: Die Rolle von Humor in der Politikvermittlung. Vortrag gehalten auf dem Mediensymposium „Demokratisierung durch Social Media?“, Zürich.

Keyling, T., & Brosius, H.-B. (2013, Mai). „Bedauerlicherweise entscheiden die Wähler“ – Intermedia-Agenda-Setting durch YouTube bei der Berichterstattung zur NRW-Wahl. Vortrag angenommen zur 58. Jahrestagung der DGPuK, Mainz.


Teilprojekt 2: Der Einzelne und die Öffentlichkeit. Die Wahrnehmung öffentlicher Meinung durch Popularitätshinweise und ihre Folgen für die Artikulationsbereitschaft

Projektleiterin: Prof. Dr. Christiane Eilders (Düsseldorf)

Projektmitarbeiter: Pablo Porten-Cheé, M.A. (Düsseldorf)

Das Projekt nimmt die Folgen des Medienwandels für den Wandel der politischen Kommunikation in den Blick. In zwei Phasen wird untersucht, wie die Nutzung von Online-Medien die Wahrnehmung der öffentlichen Meinung beeinflusst und wie sich dies auf das Diskursverhalten der Menschen auswirkt. Ziel ist es, die Folgen einer durch die Online-Kommunikation fragmentierten Öffentlichkeit für die Beteiligung am politischen Diskurs zu untersuchen und damit Mikro- und Makroebene zu verbinden. Theoretische Grundlagen sind auf Makroebene das Forumsmodell von Öffentlichkeit und auf Mikroebene die Theorie der Schweigespirale.

1. Phase (August 2011 – Juli 2014) Fragestellung

In der ersten Phase wird untersucht, inwieweit eine mögliche Erweiterung des Medienrepertoires der einzelnen Publikumsmitglieder um vornehmlich nutzergenerierte Angebote, die Wahrnehmung der öffentlichen Meinung und die Artikulationsbereitschaft beeinflusst. Grundannahme ist, dass das Bild öffentlicher Meinung durch die individuelle Mediennutzung bestimmt ist. Da die individuellen Nutzungsmuster durch das größere und vielfältigere Angebot stark auseinanderfallen können, wird gefragt, ob sich somit je unterschiedliche Vorstellungen über die öffentliche Meinung ergeben. Ferner wird gefragt, ob sich Personen, die vornehmlich nutzergenerierte Online-Angebote nutzen, auch in ihrer Artikulationsbereitschaft von Personen mit überwiegender Nutzung von Massenmedien unterscheiden. Die Artikulationsbereitschaft wird getrennt für die verschiedenen offline- und online-spezifische Bedingungen untersucht.

Methode Die Fragestellung wurde in zwei methodisch identischen Querschnittstudien untersucht. Die erste Studie fand im Kontext der Umweltkonferenz „Rio+20“ im Juni 2012, die zweite Studie im Kontext der Bundestagswahl im September 2013 statt. Via Online-Screenings wurden Stichproben von politisch interessierten Mediennutzern gezogen (Studie 1 = 444, Studie 2 = 201). Die Studien kombinierten Online-Tagebücher zur Mediennutzung, Befragung und Inhaltsanalyse. Die Befragten dokumentierten ihre klimabezogene bzw. wahlbezogene Mediennutzung (offline und online) in Online-Tagebüchern. Die individuell genutzten Medienbeiträge wurden recherchiert und einer quantitativen Inhaltsanalyse unterzogen (Studie 1 und 2 jeweils über 1000 Medienbeiträge). Die Wahrnehmung der öffentlichen Meinung und die Artikulationsbereitschaft zu den Themen Klimawandel bzw. Bundestagswahl wurden in einer Online-Befragung erhoben. Anonyme und niederschwellige Online-Kommunikation via Facebook-„like-button“ wurden dabei als Szenarien der Artikulation berücksichtigt. Durch die Verknüpfung von Tagebuchdaten, Befragungs- und Inhaltsanalysedaten konnten die individuelle Mediennutzung, die Wahrnehmung öffentlicher Meinung und die Artikulationsbereitschaft in Beziehung gesetzt werden.

Befunde In Bezug auf den Klimawandel liegen die Befunde vollständig vor. Menschen, die nicht-journalistische Online-Medien präferieren, waren mit weniger unterschiedlichen Meinungen zum Klimawandel konfrontiert als Nutzer, die Massenmedien präferieren. Gleichwohl zeigte sich kein Einfluss der Mediennutzungspräferenz auf die Wahrnehmung der öffentlichen Meinung. Ferner führte die Dissonanz zwischen eigener und wahrgenommener öffentlicher Meinung entgegen der Annahmen nicht zum Schweigen – unabhängig vom Setting (face-to-face-, Klarname anzugeben, anonym, Facebook-„like button“). Meinungsdissonanz stimulierte sogar die Redebereitschaft. Die Artikulationsbereitschaft fiel dabei in den anonymen und niederschwelligen Settings höher aus als unter Präsenzbedingungen. In Bezug auf die Bundestagswahl werden die Befunde wegen der noch ausstehenden Inhaltsanalysen vollständig erst im Herbst 2014 vorliegen.

2. Phase (August 2014 – Juli 2017) Fragestellung

In der zweiten Phase nimmt das Projekt die in der Online-Welt weit verbreiteten Empfehlungen (likes) und Weiterleitungen (shares) einzelner Angebote sowie die Nutzerkommentare (comments) zu diesen Angeboten als Popularitätshinweise (PHe) in den Blick. Die Fallbeispielforschung und der Ansatz der Publikumsvorstellungen legen nahe, dass PHe für die mediale Umweltbeobachtung der Rezipienten zusätzliche und leicht erfassbare Informationen bereitstellen. PHe wären damit für die Wahrnehmung öffentlicher Meinung besonders relevant. Das Projekt untersucht, inwiefern sich PHe in massenmedialen und nutzergenerierten Online-Angeboten auf die Wahrnehmung öffentlicher Meinung, die Artikulationsbereitschaft und auch auf die Einstellungen der Nutzer auswirken.

Methode Mit Blick auf den kulturell unterschiedlichen Stellenwert der öffentlichen Meinung (Kollektivismus vs. Individualismus) wird die Wirkung der PHe in einem experimentellen Design vergleichend in Deutschland und Südkorea überprüft. Die südkoreanische Vergleichsstudie wird von der Kooperationspartnerin Prof. Dr. Eun-Ju Lee (Seoul National University) geleitet. Als Stimuli werden Online-Beiträge mit Kombinationen von drei Arten von PHen (likes, shares, comments) für vier Themen erstellt. Als abhängige Variablen werden die Wahrnehmung der öffentlichen Meinung und die Artikulationsbereitschaft sowie themenbezogene Einstellungen erfasst. Wegen der verschiedenen Arten von PHen und der vier Themen in zwei Ländern sind Experimentalreihen mit insgesamt 2160 Personen vorgesehen.

Hypothesen und Ausblick Es wird angenommen, dass die mit PHen markierten Beiträge die Wahrnehmung der öffentlichen Meinung in die Richtung der likes und shares beeinflussen. In Bezug auf die comments ist zu fragen, wie die Wahrnehmung öffentlicher Meinung durch übereinstimmende bzw. durch kontroverse Meinungen in den Kommentaren beeinflusst wird und welche Rolle die Übereinstimmung oder die Dissonanz der Kommentare mit der im Beitrag zum Ausdruck kommenden Meinung dabei spielt. Die Artikulationsbereitschaft dürfte entlang der Annahmen der Theorie der Schweigespirale je nach dem Verhältnis zwischen wahrgenommener öffentlicher Meinung und eigener Meinung variieren. Für Südkorea werden wegen der stärker kollektivistisch orientierten Kultur stärkere Zusammenhänge als für Deutschland erwartet. Nach einem Pretest der Instrumente und Stimuli im Frühjahr 2015 sind die Experimentalreihen für Spätsommer 2015 vorgesehen.

Publikationen:

Eilders, C., & Porten-Cheé, P. (Manuskript in Arbeit). The Practice of Public Spheres in Social Media.

Eilders, C. & Porten-Cheé, P. (im Druck). Die Schweigespirale unter Bedingungen von Online-Kommunikation: Eine Untersuchung im Kontext der Bundestagswahl 2013. In C. Holtz-Bacha (Hrsg.): Die Massenmedien im Wahlkampf: Die Bundestagswahl 2013 (S. 293-316). Wiesbaden: Springer VS.

Vorträge:

Porten-Cheé, P., & Eilders, C. (2014, angenommen). Das Paradox der Online-Kommunikation. Publikumsfragmentierung unter Bedingungen von Angebotsvielfalt. Jahrestagung der Fachgruppe Soziologie der Medienkommunikation der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, 9.-11. Oktober, Düsseldorf.

Eilders, C. & Porten-Cheé, P. (2014, angenommen). The spiral of silence under online conditions: Individual media repertoires and their effects on public opinion perception and willingness to speak out. Digital Disruption to Journalism and Mass Commnucation Theory Conference, 2.-3. Oktober, Brüssel.

Eilders, C. & Porten-Cheé, P. (2014). Perception of Public Opinion and Willingness to Speak Out in Fragmented Audiences. International Communication Association Annual Conference, 22.-26. Mai, Seattle.

Porten-Cheé, P., & Eilders, C. (2013). Scanning public opinion through the media. Effects of differential media use on the perception of public opinion. International Association for Media and Communication Research 2013 Conference, 25.-29. Juni, Dublin.

Porten-Cheé, P., & Eilders, C. (2013). Beyond the Mass Media: Fragmentation in Non-journalistic Online Media Content on Climate Change. International Communication Association Annual Conference, 17.-21. Juni, London.

Porten-Cheé, P., & Eilders, C. (2013). Der Einfluss von nicht-journalistischen Online-Inhalten auf die Artikulationsbereitschaft zum Thema Klimawandel. Erste Befunde einer Mehrmethodenstudie auf Individualdatenniveau. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, 08.-10. Mai, Mainz.

Eilders, C., & Porten-Cheé, P. (2012). Public Spheres in Social Media. European Communication Conference of the European Communication Research and Education Association, 24.-27. Oktober, Istanbul.

Porten-Cheé, P., & Eilders, C. (2012). Die Schweigespirale in der Online-Kommunikation. Modell und methodische Konsequenzen. Gemeinsamer Workshop des DFG-SPP 1505 „Mediatisierte Welten“ und der DFG-FG 1381 „Politische Kommunikation in der Online-Welt“, 05. Juli, Düsseldorf.

Eilders, C., & Porten-Cheé, P. (2012). The sense of the imaginary others. Theoretical and conceptual considerations on online users’s perception of public opinion. Preconference: „Political Communication in the Online World: Innovation in Theory and Research Designs“. International Communication Association Annual Conference, 23. Mai, Phoenix.

Eilders, C., & Porten-Cheé, P. (2012). Der Einzelne und die Öffentlichkeit. Die Wahrnehmung öffentlicher Meinung in Online-Öffentlichkeiten und ihre Folgen auf die Artikulationsbereitschaft. 57. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, 16.-18. Mai, Berlin.


Teilprojekt 3: Wirkungen von Vermutungen über Wirkung und Nutzung. Ursachen und Konsequenzen der Wahrnehmung des politischen Einflusses und der politischen Nutzung von Online-Medien

Projektleiter: Prof. Dr. Gerhard Vowe (Düsseldorf) und Dr. Marco Dohle (Düsseldorf)

Projektmitarbeiter: Ole Kelm, M.A. und Björn Klein, M.A. (Düsseldorf)

Welche politische Bedeutung Online-Medien haben, ist umstritten. Häufig wird ihnen ein starker Einfluss vor allem auf jüngere Menschen zugeschrieben. Eine solche Vermutung ist z. B. der Grund dafür, dass die Parteien im Bundestagswahlkampf 2013 einen größeren Teil ihres Budgets als früher für den Online-Wahlkampf reserviert haben. Dies zeigt, dass bereits Vermutungen über Medieneinflüsse politisch relevante Konsequenzen haben – unabhängig davon, in welchem Maße sie zutreffen. Um derartige Vermutungen und ihre Folgen geht es in diesem Forschungsvorhaben.

Die Fragestellung des Teilprojekts (TP) für die zweite Förderperiode lautet: Welcher politische Einfluss und welche politische Nutzung werden welchen Online-Medien von wem unterstellt? Auf welche Ursachen ist das zurückzuführen und welche Wirkungen hat dies auf politische Vorstellungen, Einstellungen und Verhaltensweisen? Unterscheiden sich die Wahrnehmungen und deren Folgen je nachdem, ob es sich um einen politischen Routinefall oder um einen internationalen Konflikt handelt? Das TP verfolgt das Ziel, einen empirisch basierten Beitrag zur Theorie der Wahrnehmung von Online-Medien im politischen Kontext zu leisten. Der Beitrag geht in den von der Forschergruppe angestrebten Verbund der Theorien des Wandels politischer Kommunikation ein. Ansätze zu wahrgenommenen Medieneinflüssen wie der Third-Person-Effekt und der Influence-of-Presumed-Media-Influence-Ansatz werden in mehreren Kontexten auf ihre Tauglichkeit in der Online-Welt überprüft, mit anderen Ansätzen verknüpft und gegebenenfalls modifiziert. Theoretische Basis bilden weiterhin vor allem die genannten Ansätze zu vermuteten Medieneinflüssen – ergänzt um Ansätze zur Wahrnehmung der Mediennutzung Anderer (z. B. Ko-Orientierung) und zu Fragmentierungs- und Polarisierungsprozessen (z. B. Selective Exposure). Der methodische Kern ist eine zweiwellige standardisierte Panelbefragung von Bürgern, Politikern und politischen PR-Akteuren. In einer ergänzenden Studie zur Eurokrise werden zudem Bürger in Deutschland und Griechenland befragt.

Mehr Informationen zu Teilprojekt 3

Publikationen:

Bernhard, U. & Dohle, M. (2013). Indirekte Medienwirkungen bei der Volksabstimmung über „Stuttgart 21“. Wahrgenommene Medieneinflüsse und ihre Konsequenzen. Medien & Kommunikationswissenschaft, 61(1), 38-57.

Bernhard, U. & Dohle, M. (2014). Do even journalists support media restrictions? Presumed political media influences and its consequences. Journalism & Mass Communication Quarterly, 91(2), 250-271.

Dohle, M. (2013). Third-Person-Effekt. Baden-Baden: Nomos.

Dohle, M. & Bernhard, U. (2013). Presumed online media influence and support for censorship: Results from a survey among German parliamentarians. International Journal of Public Opinion Research, doi:10.1093/ijpor/edt027 (online first)

Dohle, M., Blank, C. & Vowe, G. (2012). Wie sehen Parlamentarier den Einfluss der Medien? Ergebnisse einer Befragung der Bundestagsabgeordneten. Zeitschrift für Parlamentsfragen, 43(2), S. 344-355.

Vorträge:

Bernhard, U., Dohle, M. & Vowe, G. (2012, Oktober). Online and Offline Media in a Political Referendum Context: Presumed Influences and Corrective Actions. Vortrag gehalten auf der 4. European Communication Conference (ECREA), Istanbul (Türkei).

Bernhard, U., Dohle, M., & Vowe, G. (2013, Mai). Beeinflussen vermutete Medienwirkungen die Online-Aktivitäten von Politikern? Ergebnisse einer Befragung von Bundestagsabgeordneten. Vortrag auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK), Mainz.

Bernhard, U., Dohle, M., & Vowe, G. (2013, Juni). Do even journalists support media restrictions? Presumed political media influences and its consequences. Vortrag auf der 63. Jahrestagung der International Communication Association (ICA), London.

Dohle, M., Bernhard, U., & Vowe, G. (2013, Juni). Presumed media influence and support for censorship: Results from a survey among German parliamentarians. Vortrag auf der 63. Jahrestagung der International Communication Association (ICA), London.

Vowe, G., Dohle, M., & Bernhard, U. (2012, Mai). The perception of online media’s political influence and its consequences on attitudes and behavior. Vortrag gehalten auf der 62. Jahrestagung der ICA „Communication and Community“, Phoenix (USA).


Teilprojekt 4: Digitale Wissensklüfte. Informationsvermittlung, Informationsnutzung und Informationsverarbeitung in der Online-Welt

Projektleiter: Prof. Dr. Marcus Maurer (Mainz)

Projektmitarbeiter/innen: Dr. Jörg Haßler (Mainz), Corinna Oschatz, M.A. (Mainz)

Das Teilprojekt verfolgt folgende Fragestellung: Wie vermitteln mediale und politische Online- und Offline-Informationsquellen politische Informationen, wie verändert sich dies im Zeitverlauf, wie werden diese Informationsquellen durch die Rezipienten genutzt und welche Konsequenzen hat es für Wissen und Einstellungen sowie die Entscheidungsfindung der Rezipienten? Ziel ist es, durch die Beantwortung dieser Fragen einerseits einen Beitrag zur Theorie der Mediatisierung der politischen Kommunikation zu leisten – ihren Voraussetzungen (konkurrierende Angebote), ihres Verlaufs (Informationsvermittlung) und ihrer Folgen für die Gesellschaft (Wissenserwerb). In der zweiten Projektphase wird zudem experimentell untersucht, ob und wie Menschen verschiedene Webseitenelemente nutzen und welche Folgen dies für die Fragmentierung der Gesellschaft hat. Das TP verbindet Theorien aus der Medieninhaltsforschung mit Theorien aus der Rezeptions- und Wirkungsforschung.

Publikationen:

Haßler, J., Maurer, M. & Oschatz, C. (2014). Media logic and political logic online and offline: The case of climate change communication. In: Journalism Practice, 8 (3), S. 326-341. Online

Oschatz, C., Maurer, M. & Haßler, J. (2014). (R)Evolution der Politikberichterstattung im Medienwandel? In: Medien & Kommunikationswissenschaft, 62, S. 25-41.

Vorträge:

Oschatz, C., Maurer, M. & Haßler, J. (2014, November). Tomorrow’s Climate and Yesterday’s News. The Impact of News Media on Knowledge and Attitudes towards Climate Change. Posterpräsentation auf der 5. European Communication Conference der ECREA vom 12. bis 15. November 2014 in Lissabon.

Oschatz, C., Maurer, M. & Haßler, J. (2014, Mai). Klimawandel im Netz. Die Digitalisierung von Informationskanälen und ihre Folgen für die Öffentlichkeit. Vortrag auf der 59. Jahrestagung der DGPuK vom 28. bis 30. Mai in Passau.

Haßler, J., Maurer, M. & Oschatz, C. (2013, Juni). Comparing Media Logic and Party Logic in a changing media environment. Vortrag im Rahmen des Panels „Political online-communication: contents, perceptions and effects on individuals and organisationauf der Jahrestagung der International Association for Media and Communication Research (IAMCR) vom 25. – 29. Juni in Dublin (Irland).

Maurer, M. (2013, Januar). Media Logic in German Election Coverage. Vortrag gehalten auf dem Workshop “Media Logic and Electorial Democracy“, Amsterdam (Niederlande).

Oschatz, C., Haßler, J., & Maurer, M. (2012, Oktober). Comparing political news coverage online and offline: Digital agora or more of the same? Vortrag gehalten auf der 4. European Communication Conference (ECREA), Istanbul (Türkei).

Maurer, M., Haßler, J. & Oschatz, C. (2012, Mai). Digitale Wissensklüfte. Posterpräsentation im Rahmen des Sonderfensters der DFG-Forschergruppe „Politische Kommunikation in der Online-Welt“ bei der 57. Jahrestagung der DGPuK vom 18.-20. Mai 2012 in Berlin.

Maurer, M., Oschatz, C., & Haßler, J. (2012, Mai). Digital knowledge gaps? A model for measuring effects of offline and online media on political knowledge. Vortrag gehalten auf der 62. Jahrestagung der ICA „Communication and Community“, Phoenix (USA).


Teilprojekt 5: Politische Organisationen in der Online-Welt. Folgen des Wandels politischer Kommunikation auf der Mesoebene

Projektleiter: Prof. Dr. Patrick Donges (Leipzig)

Projektmitarbeiterin: Paula Nitschke, M.A. (Leipzig) Externe Doktorandin im Projekt: Henriette Schade, M.A. (Greifswald)

Ziel des Leipziger Teilprojekts ist es, den Wandel politischer Kommunikation in der Online-Welt und seine politisch relevanten Folgen auf der Mesoebene politischer Organisationen und des intermediären Systems der Interessenvermittlung zu analysieren.

Die Fragestellung des Teilprojektes lautet: Wie nehmen Akteure in politischen Organisationen Online-Medien wahr, wie verändern sich in Folge die Prozesse, Strukturen und Kommunikationsangebote von Organisationen, und welche politischen Folgen hat dies?

Der theoretische Ansatz verbindet Theoriestränge, in denen Organisationen als handelnde Akteure sowie als Handeln ermöglichende und begrenzende Strukturen betrachtet werden. Ansätze des Neo-Institutionalismus werden um prozessorientierte Ansätze des organizing, der Strukturationstheorie und der CCO-Perspektive ergänzt. Das Untersuchungsdesign verbindet zwei Arbeitspakete. Im ersten Arbeitspaket werden Struktur- und Inhaltsanalysen der Webangebote politischer Organisationen durchgeführt. Zusätzlich zu diesen manuell durchgeführten Inhaltsanalysen werden automatisierte Verfahren der Analyse von Webinhalten eingesetzt. Zu diesem Zweck wurde eigens ein Programm entwickelt, mit welchem Metriken (Webometrics) zur Online-Kommunikation von Organisationen in großem Umfang erhoben und analysiert werden können (https://github.com/strohne/Facepager). Im zweiten Arbeitspaket werden Fallstudien durchgeführt, welche triangulativ angelegt sind und aus Beobachtung, Interviews und Dokumentenrecherche bestehen. Im Rahmen der Fallstudien soll eine neuartige Beobachtungsform erprobt werden, welche als (N)Ethnographie bezeichnet werden kann: Die Methode der teilnehmenden Beobachtung im Feld wird aus der ethnologischen Forschung entlehnt und mit der online-basierten Beobachtung von Handlungsspuren im Internet kombiniert. Aufbauend auf den Befunden der ersten Förderperiode, werden Hypothesen geprüft, dass Kommunikationsprozesse der Organisationen vornehmlich der Interaktion mit ihren Teilnehmern oder der Positionierung gegenüber ihren Umwelten dienen. Es wird angenommen, dass politische Organisationen in ihren Kommunikationsprozessen sowohl Ansprüche anderer Organisationen, wie auch Ansprüche ihrer Teilnehmer verarbeiten. Kommunikationsoutputs in Form von Online-Angeboten sind daher nicht vornehmlich durch eine rationale Kosten-Nutzen Abwägung, sondern eher durch eine Orientierung an den Anforderungen der Umwelt begründet.

Mehr Informationen zum Teilprojekt 5

Publikationen und Vorträge:

Nitschke, P., Donges, P. & Schade, H. (2014): Political organizations‘ use of websites & Facebook. New Media & Society. DOI: 10.1177/1461444814546451

Nitschke, P. & Donges P. (Juli 2014): Modeling political organizations’ use of online media. Considerations on findings and research designs. Vortrag auf der Tagung „Digital Disruption to Journalism and Mass Communication Theory“ der International Political Science Association (IPSA) in Montreal.

Nitschke, P., Donges, P. & Schade, H. (Mai 2014): Modeling Political organizations’ use of websites and Facebook. Vortrag auf der Jahrestagung „Communication and the ′Good Life′“ der International Communication Association (ICA) in Seattle.

Donges, P., Nitschke, & Brändli, Mathias (April 2014): Agents of specialisation and linkage, or just a showroom? The role of online-media within the concept of mediatization of politics. Vortrag auf dem  Workshop der European Communication Research and Education Association (ECREA) “Rethinking the Mediatization of Politics” in London.

Donges, P. (2013): Politische Interessenvermittlung im Medienwandel – Entwicklungen und Perspektiven. In F. Oehmer (Hrsg.), Politische Interessenvermittlung und Medien. Funktionen, Formen und Folgen medialer Kommunikation von Parteien, Verbänden und sozialen Bewegungen. Baden-Baden: Nomos.

Donges, P., gemeinsam mit Raupp, J. & Kocks, J.N. (2013, Juni): Political online communication: Contents, perceptions and effects on individuals and organisations. Vortrag auf der Tagung der International Association for Media and Communication Research (IAMCR) in Dublin.

Nitschke, P., & Jünger, J. (2013, März):Little Big Data. An evaluation of the serviceability of automated data collection for the analysis of organizational online-communication. Vortrag gehalten auf der 15. General Online Research Conference (GOR), Mannheim.


Teilprojekt 6: Networked Media-Government Relations. Beziehungsnetzwerke zwischen Regierung und Medien im internationalen Vergleich

Projektleiterin: Prof. Dr. Juliana Raupp (Berlin)

Projektmitarbeiter/innen: Jan Niklas Kocks, M.A. (Berlin), Kim Murphy, M.A. (Berlin)

Das Forschungsprojekt „Networked Media Government Relations“ untersucht die Beziehungen zwischen Regierungsorganisationen und Nachrichtenmedien in der Onlinewelt aus komparativer Perspektive. Aufbauend auf Ergebnissen der ersten Förderphase analysieren wir Formen der politischen Online-Kommunikation und kommunikative Vernetzungen von Regierungsakteuren in Deutschland, Großbritannien und Italien. Die zentrale Fragestellung lautet: Lassen sich trotz länderspezifisch unterschiedlicher struktureller Rahmenbedingungen der Regierungskommunikation Gemeinsamkeiten in der Ausgestaltung der Media-Government Relations finden, die länderübergreifend auf Anpassungen an die Online-Welt zurückzuführen sind? Das Ziel des Projekts ist die Weiterentwicklung und empirische Prüfung einer Theorie der Networked Media-Government Relations. Diese Theorie ermöglicht eine integrierte Perspektive auf das Beziehungsgeflecht zwischen Regierungsakteuren und Medien und soll strukturelle Anpassungen des News Managements von Regierungen an die Onlinewelt beschreiben und erklären.

Publikationen:

Kocks, J. N. & Raupp, J. (2014; zur Publikation angenommen). Rechtlich-normative Rahmenbedingungen der Regierungskommunikation. Publizistik 03/2014.

Kocks, J. N., Raupp, J., & Schink, C. (2014; im Erscheinen). Staatliche Öffentlichkeitsarbeit zwischen Distribution und Dialog: Interaktive Potentiale digitaler Medien und ihre Nutzung im Rahmen der Außenkommunikation politischer Institutionen. In R. Fröhlich & T. Koch (Hrsg.): Politik – PR – Persuasion. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften (i.E.).

Raupp, J. (2011). Organizational Communication in a Network Public Sphere. Strategische Organisationskommunikation in einer Netzwerköffentlichkeit. SCM, (1), 73-93.

Vorträge:

Raupp, J. & Kocks, J. N. (2014): Forum or Pulpit? Governmental bodies and the deliberativeness of social media. Paper angenommen zum 23rd World Congress of Political Science der International Political Science Association (IPSA), Montreal.

Kocks, J. N. & Raupp, J. (2014): Open like Obama? Possibilities and limitations of governmental online-communication in Germany. Paper angenommen zum 23rd World Congress of Political Science der International Political Science Association (IPSA), Montreal.

Raupp, J. & Schink, C. (2014): The Media Relations Network. Vortrag angenommen zur 64. Jahrestagung der International Communication Association (ICA), Seattle.

Kocks, J.N. & Raupp, J. (2014): Bypassing 2.0 – Politische PR und journalistische Gatekeeper im digitalen Zeitalter. Vortrag angenommen zur 59. Jahrestagung der DGPuK 2014, Passau.

Kocks, J.N. & Raupp, J. (2014): The same procedure as every year? Politisch-mediale Kommunikationsnetzwerke in der Off- und Online-Welt. Vortrag angenommen zur 59. Jahrestagung der DGPuK 2014, Passau.

Kocks, J.N. & Raupp, J. (2013): Social Media and juridical constraints: Possibilities and limitations of digitised governmental PR in Germany. Vortrag auf der Jahrestagung “Strategic Public Relations. Public Values and Cultural Identity” der European Public Relations Education and Research Association (EUPRERA), Barcelona.


Teilprojekt 7: Projektphase I (2011 – 2014): Der Einfluss der Online-Kommunikation von „Challengers“ auf das Entstehen der Medienagenda – ein Vergleich zwischen Ländern und Themen Projektphase II (2014 – 2017): Politisches Agenda-Building in Zeiten eines hybriden Mediensystems – ein Vergleich zwischen Ländern und Themen

Projektleiterinnen: Prof. Dr. Silke Adam (Bern) und Prof. Dr. Barbara Pfetsch (Berlin)

Projektmitarbeiter/innen: Dr. Thomas Häussler (Bern), Daniel Maier, M.A. (Berlin), Dipl. rer. com. Peter Miltner (Berlin), Dr. Hannah Schmid-Petri (Passau), Jun.-Prof. Dr. Annie Waldherr (Münster)

Kooperationspartner: W. Lance Bennett (Washington), FAS.research (Wien) und InfAI Institut für Angewandte Informatik (An-Institut an der Universität Leipzig)

Das Team von Teilprojekt 7 befasst sich mit der Frage, unter welchen Bedingungen die Online-Kommunikation zivilgesellschaftlicher Gruppen die mediale und politische Agenda beeinflusst. Dabei liegt der Fokus auf den Partizipationsmöglichkeiten zivilgesellschaftlicher Akteure und ihrer Chance, Themenfelder und Meinungen auf die Agenden von Journalisten, Politikern und der breiten Öffentlichkeit zu setzen. Basierend auf dem Agenda-Building Ansatz gehen wir davon aus, dass das partizipative Potenzial von Online-Kommunikation sich vor allem dann entfalten kann, wenn die Themen und Frames zivilgesellschaftlicher Akteure auch von den traditionellen Medien aufgenommen werden und so eine breite Öffentlichkeit erreichen. Wir nehmen an, dass die Themen und Frames dieser Gruppen massenmediale Beachtung finden, wenn sie im Internet dichte Themennetzwerke mit starken gemeinsamen Frames herausbilden. Das empirische Forschungsprogramm besteht darin, themenspezifische Online-Netzwerke in den Themenfeldern Klimawandel und Lebensmittelsicherheit über einen Zeitraum von insgesamt 30 Monaten für vier Länder (Deutschland, Schweiz, UK und USA) zu erheben und im Längsschnitt zu analysieren, unter welchen Voraussetzungen ihre online kommunizierten Themen und Frames in den traditionellen Printmedien erscheinen. In der zweiten Projektphase liegt der Fokus der Untersuchung auf der politischen Agenda. In den vier Untersuchungsländern beziehen wir sowohl Parlamentsdebatten als auch facebook-Profile von Parteien und relevanten Politikern in die Untersuchung mit ein. Das Ziel ist festzustellen, wie groß die politische Aufmerksamkeit bezüglich der Themen Klimawandel und Lebensmittelsicherheit in Abhängigkeit der Medien-Agenden (online und offline) ist. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Entwicklung und Anwendung automatisierter Verfahren der Inhaltsanalyse, um die großen Datenmengen umfassend auswerten zu können.

Publikationen:

Pfetsch, B., Adam, S., & Bennett, W. L. (2013). The critical linkage between online and offline media: An approach to researching the conditions of issue spill-over. Javnost – The Public, 20(3), 9–22.

Miltner, P., Maier, D., Pfetsch, B., & Waldherr, A. (2013). Online networks of civil society actors as an indicator for politicization? A hyperlink analysis on the food safety issue in Germany. Catalan Journal of Communication & Cultural Studies, 5, 201–220. doi: 10.1386/cjcs.5.2.201_1

Maier, D., Waldherr, A., Miltner, P., Schmid-Petri, H., Häussler, T. & Adam, S. (forthcoming). Stichprobenziehung aus dem Netz – Wie man themenspezifische Online-Inhalte erfassen kann. In: K. Sommer, W. Wirth, M. Wettstein, & J. Matthes (Hrsg.), Automatisierung in der Inhaltsanalyse. Köln: Herbert von Halem.

Erhebungsinstrumente:

Schmid-Petri, H., Häussler, T., Adam, S., Waldherr, A., Miltner, P., Pfetsch, B. & Bennett, W. L. (2013): Codebook for the analysis of frames in online documents and newspaper articles. Issue: Climate change. Universität Bern. Hier online abrufbar.

Waldherr, A., Miltner, P., Pfetsch, B., Schmid-Petri, H., Häussler, T., Adam, S., & Bennett, W. L. (2013): Codebook for the analysis of frames in online documents and newspaper articles. Issue: Food safety. Freie Universität Berlin.

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Vorträge:

Maier, D., Waldherr, A., Miltner, P., Jähnichen, P., & Pfetsch, B. (2015, Mai): Exploring issues in a networked public sphere. Combining hyperlink network analysis and topic modeling. Vortrag angenommen zur 65th Annual Conference of the International Communication Association (ICA), San Juan, Puerto Rico.

Pfetsch, B., Maier, D., Miltner, P., & Waldherr, A. (2015, März): Connection for Salience – Old and New Media in Agenda Building on the Internet. A Comparison between German and US American Issue Networks. Vortrag gehalten auf der Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations‐ und Medienwissenschaft (SGKM), Bern.

Schmid-Petri, H., Adam, S., Arlt, D., Reber, U., & Häussler, T. (2015, März): Global issues – rooted nationally? The print media coverage of climate change as a global issue in Switzerland, Germany, the UK and the USA. Vortrag gehalten auf der Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations‐ und Medienwissenschaft (SGKM), Bern.

Pfetsch, B., Miltner, P., & Waldherr, A. (2015, Februar): Alte und neue Dynamiken des Agenda-Building in der Online-Welt – Ein Beitrag zur Theoriebildung der politischen Kommunikationsforschung. Vortrag gehalten auf der Gemeinsamen Jahrestagung „Politische Online-Kommunikation Voraussetzungen, Facetten und Folgen des strukturellen Wandels politischer Kommunikation“ des Arbeitskreises „Politik und Kommunikation“ der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW), der Fachgruppe „Kommunikation und Politik“ der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) und der Fachgruppe „Politische Kommunikation“ der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations‐ und Medienwissenschaft (SGKM), Düsseldorf.

Häussler, T., Adam, S., Schmid-Petri, H., & Reber, U. (2015, Februar): Getrennte Welten? Der Einfluss von politischen Offline-Kontextfaktoren auf die Struktur von Online-Issue-Netzwerken. Ein Vergleich zwischen Deutschland und den USA im Bereich des Klimawandels. Vortrag gehalten auf der Gemeinsamen Jahrestagung „Politische Online-Kommunikation Voraussetzungen, Facetten und Folgen des strukturellen Wandels politischer Kommunikation“ des Arbeitskreises „Politik und Kommunikation“ der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW), der Fachgruppe „Kommunikation und Politik“ der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) und der Fachgruppe „Politische Kommunikation“ der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations‐ und Medienwissenschaft (SGKM), Düsseldorf.

Pfetsch, B., Maier, D., Miltner, P., & Waldherr, A. (2014, November): Connection for salience – Old and new media in agenda-building on the Internet. Vortrag gehalten auf der ECREA 5th European Communication Conference, Lissabon (Portugal).

Miltner, P. (2014, November). What’s in a link? An analysis of hyperlinks’ strategic functions in an online issue network. Vortrag gehalten auf der ECREA 5th European Communication Conference, Lissabon (Portugal).

Waldherr, A., & Schmid-Petri, H. (2014, Mai). Integrieren journalistische Onlinemedien die Netzöffentlichkeit? Deutschland und die USA im Vergleich. Vortrag gehalten auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK), Passau.

Miltner, P., Maier, D., Waldherr, A., & Pfetsch, B. (2014, Mai). Wie flüchtig ist digitale Öffentlichkeit? Empirische Befunde zur Stabilität und Dynamik themenspezifischer Öffentlichkeiten im Internet. Vortrag gehalten auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK), Passau.

Waldherr, A., Maier, D., Miltner, P., & Günther, E. (2014, Mai). Big data, big noise: The challenge of extracting issue networks from the Web. Vortrag gehalten auf der 64. Jahrestagung der International Communication Association (ICA), Seattle (USA).

Häussler, T. (2014, Mai). Heating Up the Debate? Fragmentation and Polarisation in a German Climate Change Hyperlink Network. Vortrag gehalten auf der 64. Jahrestagung der International Communication Association (ICA), Seattle (USA).

Adam, S., Häussler, T., & Schmid-Petri, H. (2014, April). Koalitionen im Netz: Eine Analyse der Akteurskonstellationen im Bereich der US-amerikanischen Klimawandeldebatte. Vortrag gehalten auf Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft (SGKM), Zürich.

Pfetsch, B., Maier, D., Miltner, P., & Waldherr, A. (2013, September). Online networks of challengers in food policy: A comparative study of structures and coalitions in Germany, UK, US and Switzerland. Vortrag gehalten auf der 7th ECPR General Conference, Bordeaux (Frankreich).

Schmid-Petri, H., Häussler, T., Adam, S., Waldherr, A., Miltner, P., Pfetsch, B., & Bennett, W. L. (2012, Oktober). Selecting and framing in a digital age: Is online communication of challengers abandoning mass media´s logic? Vortrag gehalten auf der ECREA 4th European Communication Conference, Istanbul (Türkei).

Schmid-Petri, H., Waldherr, A., Häussler, T., Miltner, P. & Adam, S. (2012, September). Was passiert zu einem Thema im Netz? Die Herausforderung, dynamische Online-Netzwerke und deren Diskurse zu erfassen. Vortrag gehalten auf der 14. Jahrestagung der Fachgruppe “Methoden” in der DGPuK, Zürich.

Häussler, T., Schmid-Petri, H. & Waldherr, A. (2012, Juli). Gut gecrawlt ist noch nicht gescrapt: Die Erfassung von Online-Akteursnetzwerken. Vortrag gehalten auf dem Workshop „Methodeninnovationen in der Internetforschung – interdisziplinäre Zugänge“, Ludwigs-Maximilians-Universität, München.

Adam, S., Pfetsch, B., Häussler, T., Miltner, P., Schmid-Petri, H., & Waldherr, A. (2012, Mai). Impact of challengers’ online communication on media agenda-building. Posterpräsentation gehalten auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK), Berlin.

Waldherr, A., Häussler, T., Miltner, P., Pfetsch, B., Schmid-Petri, H., Adam, S., Streibl, W., Bennett, W. L. (2012, Mai). Comparing apples and oranges: The challenge of measuring online-offline discourse dynamics. Vortrag gehalten auf der 62. Jahrestagung der International Communication Association (ICA), Phoenix (USA).

Häussler, T., & Schmid-Petri, H. (2012, Februar). Online-Akteursnetzwerke. Wie zivilgesellschaftliche Akteure in der Klimapolitik das Internet nutzen. Ein Vergleich zwischen der Schweiz und Deutschland. Vortrag gehalten auf der gemeinsamen Jahrestagung „Intermediäre Akteure im Wandel. Parteien, Verbände, Interessengruppen und soziale Bewegungen vor neuen kommunikativen Herausforderungen“ der DGPuK-Fachgruppe „Kommunikation und Politik“, des DVPW-Arbeitskreises „Politik und Kommunikation“ und der SGKM-Fachgruppe „Politische Kommunikation“, Zürich. Pfetsch, B., & Adam, S. (2011, August). Media Agenda Building in Online and Offline Media – Comparing Issues and Countries. Vortrag gehalten auf der 6th ECPR General Conference, Reykjavik (Island).


Teilprojekt K: Koordination, Kommunikation, Kooperation

Projektleiter: Prof. Dr. Gerhard Vowe (Düsseldorf)

Projektmitarbeiter: Philipp Henn, M.A. (Düsseldorf)

Die Forschergruppe folgt der Fragestellung: Wie verändert sich die politische Kommunikation im Zuge der Diffusion der Online-Medien und welche politisch relevanten Folgen hat dieser strukturelle Wandel? Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Leitfrage in einer facettierten empirischen Analyse zu beantworten. Sie prüft dabei, inwieweit die traditionellen Theorien und Methoden sich für die Online-Welt eignen und welche Modifikationen möglich und notwendig sind. Das Prüfergebnis wird dokumentiert in einem Inventar der Theorien und Methoden. Daraus werden bis 2017 ein Verbund der Theorien zum Wandel der politischen Kommunikation und ein Methodeninstrumentarium entstehen. Dafür sind vor allem Mikro-, Meso- und Makroperspektive zu integrieren. Weitere Ziele sind die Qualifizierung wissenschaftlichen Nachwuchses für die politische Kommunikationsforschung und als Beitrag zur Strukturbildung in der Kommunikationswissenschaft die Entwicklung eines Prototyps für Verbundforschung in kleinen Fächern.

Die Arbeit in der ersten Förderperiode (2011-2014) bildet dafür die Grundlage: In den Teilprojekten wurden die Facetten des Wandels politischer Kommunikation und die politischen Folgen des Wandels empirisch untersucht (z.B. die Zuschreibung von politischem Einfluss oder die Aneignung der Online-Potentiale durch politische Organisationen). Methodisch sind die Herausforderungen für die Forschung durch die Digitalisierung und Ansätze zur Problemlösung deutlich geworden (z. B. computergestützte Inhaltsanalysen).Theoretisch ergibt sich ein unterschiedlicher Bedarf an Modifikation der etablierten Ansätze (z.B. von Agenda-Building oder Gate-Keeping). In methodischer Hinsicht ist die Forschergruppe geprägt von einer Pluralität empirischer Verfahren der Kommunikationsforschung auf der Basis genereller methodologischer Normen wie der Sicherung intersubjektiver Gültigkeit der Ergebnisse. Die theoretische Basis der Forschergruppe bildet ein Rahmenmodell, das die Basiskon-zepte Medienwandel, Wandel der politischen Kommunikation und politischer Wandel in einen komplexen Zusammenhang von Kausalbeziehungen stellt. Das Koordinationsprojekt setzt die aus diesen Gesamtzielen folgende Strategie um. Es soll die Forschung koordinieren durch Orientierung auf die übergreifenden Forschungsziele, und dies vor allem durch die effiziente Organisation der internen und externen Kommunikation; es soll die Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses durch Vermittlung genereller Kompetenzen ergänzen; es soll die Erfahrungen mit dem Management von Forschungsverbünden generalisieren und diese Form der Verbundforschung auf Basis wissenschaftsökonomischer Ansätze evaluieren.

Publikationen:

Bravo Roger, F., & Völker, N. (2012). Gemeinsame Datenbank statt Ordner-Chaos. Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Literaturverwaltungssoftware in der Verbundforschung. B.I.T.online, 15, 461-464.

Völker, N. (2012). Online-Kommunikation verändert die politische Einstellung. politik-digital.de, 30.05.2012. Vowe, G. (2012). Digital Citizens – Partizipation über und durch das Netz. In Gräßer, L., & Hagedorn, F. (Hrsg.), Soziale und politische Teilhabe im Netz? E-Partizipation als Herausforderung. Schriftenreihe Medienkompetenz des Landes Nordrhein-Westfalen (13) (S. 39-53). München/Düsseldorf: kopaed.

Vowe, G. (2012). Mit Twitter Politik gestalten? In Deutsche Forschungsgemeinschaft (Hrsg.), Das blaue ABC. Forschung – Wissen – Nachhaltigkeit (S. 62-63). Berlin.

Vowe, G., & Völker, N. (2011). Wie verändert sich die politische Kommunikation durch Online-Medien und welche politischen Folgen hat das? Profil der DFG-Forschergruppe 1381 „Politische Kommunikation in der Online-Welt“. SCM, (2), 355-371.

Tagungen:

ICA Preconference „Political Communication in the Online World: Innovation in Theory and Research Designs” (2012, Mai). 62. Jahrestagung der ICA „Communication and Community“, Phoenix (USA). Gemeinsamer Workshop mit dem SPP “Mediatisierte Welten” zum Thema „Politische Online-Kommunikation in Zeiten der Mediatisierung – Schnittstellen zwischen dem Schwerpunktprogramm und der Forschergruppe“ (2012, Juli). Düsseldorf.

Vorträge:

Vowe, G. & Emmer, M. (2011, 20. Januar). Politische Mobilisierung durch das Internet? Befunde des DFG-Projekts „Politische Online-Kommunikation“ 2002-2009. Vortrag gehalten auf der Tagung „Responsibility 2.0 – Engagement & Verantwortung im Internet“. Siegen.

Vowe, G. (2011, 7. Juli). Politische Kommunikation in der Online-Welt. Profil eines Forscherverbunds und Forschungsprogramms. Vortrag gehalten auf dem Forschungskolloquium Medienkultur des ZeMKI Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung der Universität Bremen. Bremen.

Emmer, M. & Vowe, G. (2012, 04. Oktober). Digital Citizens: Die Herausbildung eines neuen Typs individueller politischer Kommunikation. Ergebnisse einer Langzeit-Panelstudie. Vortrag gehalten auf dem 36. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Bochum.

Vowe, G. (2012, 30. Oktober). Digital Citizens oder Auszug aus der Öffentlichkeit? Der Beitrag des Internets für politische Kommunikation und Partizipation. Vortrag gehalten im Rahmen der Vorlesungsreihe „Open up! Politisch kommunizieren zwischen Talkshow, Tweet und Theater, TU Dresden.

Vowe, G. (2012, 01. Dezember). Wie verändert sich die politische Beteiligung der Bürger durch das Internet? Ergebnisse einer Langzeitstudie. Vortrag gehalten auf der Tagung „Internet und Partizipation: Bottom-up oder Top-down? Politische Beteiligungsmöglichkeiten im Internet“, Hamburg.

Vowe, G. (2013, 18. Januar). Digitalbürger und schweigende Mehrheit: Herausforderungen durch den Strukturwandel der politischen Kommunikation. Vortrag gehalten auf der Tagung „Internet und Demokratie – Politische, soziale und kommunikative Aspekteder digitalen Medien“, Münster.

Vowe, G. (2013, 13. Februar). Macht das Medium die Politik? Engagement zwischen Zuschauerdemokratie und Social-Media-Revolution. Vortrag in der Veranstaltungsreihe „Impulse: Engagementkultur und Demokratie“ der Schader-Stiftung, Darmstadt.

Vowe, G. (2013, 18. Oktober). Politica, Eleições, Partidos Políticos e a Internet. Vortrag gehalten auf der Tagung „Democracia na Era Digital: Il Simpósio Internacional Brasil-Alemanha sobre Polícita e Internet“, Salvador, Brasilien.

Vowe, G. & Henn, P. (2014, 06.-08. Februar). „Konvergenz“: Klärung eines kommunikationswissenschaftlichen Schlüsselbegriffs. Vortrag gehalten auf der Tagung „Kommunikationspolitik und Medienregulierung in der digitalen Gesellschaft“, Berlin.