Vom 19. bis 21. Februar fand im Haus der Universität Düsseldorf die von Prof. Gerhard Vowe, Dennis Frieß und Philipp Henn organisierte Fachtagung der auf politische Kommunikation spezialisierten Fachgruppen und Arbeitskreise der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK), der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) und der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft (SGKM) statt. Das Thema der Tagung war „Politische Online-Kommunikation. Voraussetzungen, Facetten und Folgen des strukturellen Wandels politischer Kommunikation”.
Eröffnet wurde die von der Gesellschaft von Freunden und Förderern der HHU und von der Philosophischen Fakultät unterstütze Tagung mit einem öffentlichen Vortrag von Prof. Miriam Meckel (Chefredakteurin der Wirtschaftswoche und Professorin am Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen) zum Qualitätsjournalismus in der Online-Welt. Ihre Grundthese war: Qualitätsjournalismus wird es weiter geben, aber er ändert grundlegend seine Form – in inhaltlicher, zeitlicher und sozialer Hinsicht. Mit über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Universität, Fachgemeinschaft und Bevölkerung war dieser Auftakt nicht nur inhaltlich ein voller Erfolg.
Die anschließende Fachtagung mit 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Niederlanden und Schweden wurde durch eine Keynote Speech von Prof. Klaus Mainzer (TU München) zur Zukunft der technischen Vernetzung und Big Data eingeleitet. Seine Grundthese war: Die Veränderungen durch die technischen Möglichkeiten der Berechenbarkeit von Welt sind enorm – wir können sie nur meistern, wenn wir unsere Urteilskraft schärfen. In vier thematischen und einem offenen Panel mit insgesamt 18 Vorträgen wurden dann an den zwei Tagungstagen (1) die Voraussetzungen für den Wandel, (2) die Facetten des Wandels, (3) die politischen Folgen des Wandels politischer Kommunikation und (4) die methodischen Möglichkeiten diskutiert. In einer Debatte zwischen Prof. Gerhard Vowe, Prof. Ulrich Sarcinelli (Universität Koblenz-Landau) und Christoph Strünck (Universität Siegen), moderiert von Christoph Bieber (Universität Duisburg-Essen), wurden Thesen zur Bedeutung politischer Kommunikation für politische Veränderungen diskutiert: Welche Relevanz hat politische Kommunikation nicht nur für die Darstellung kollektiv bindender Entscheidungen, sondern auch für ihre Herstellung? Verändert sich Politik substantiell mit der Veränderung politischer Kommunikation? Darauf wurden kontroverse Antworten gegeben – auch jeweils belegt mit aktuellen innen – und außenpolitischen Auseinandersetzungen.
Abgeschlossen wurde die Tagung mit einem Methodenworkshop des Nachwuchsnetzwerks Politische Kommunikation (NaPoKo). Die Beiträge auf der Tagung zeigten, dass die politische Kommunikationsforschung insgesamt den strukturellen Wandel differenziert und detailliert betrachtet und begleitet. Herausfordernd bleiben die immer neuen technischen Potentiale und die notwendige Vernetzung von Kommunikationswissenschaft mit der Politikwissenschaft und mit anderen Disziplinen.