Adaptivität

Adaptivität ist eines der Merkmale zur Beschreibung und Bewertung medialer Kommunikation. A. bezeichnet die Möglichkeit von Medien, sich an die Kommunikationsteilnehmer anzupassen. Diese Möglichkeiten sind bei unvermittelter Kommunikation hoch, bei Kommunikation mittels klassischer Medien dagegen schwach entwickelt. Bei Kommunikation über Online-Medien sind sie unterschiedlich stark ausgeprägt. Eine hohe A. setzt erstens voraus, dass auf Seiten des Mediums eine Datenbasis zur Verfügung steht, die viele unterschiedliche Antworten auf Anfragen zulässt. Sie setzt zweitens voraus, dass die Ergebnisse von Anfragen individuell aufbereitet werden. Sie setzt drittens voraus, dass die Online-Medien in der Lage sind zu lernen, also aus dem Verhalten von individuellen Nutzern oder Nutzergruppen Schlüsse auf deren weitere Nutzungsprozesse zu ziehen. Zu unterscheiden ist: (1) welches Potential an A. in einem Medium angelegt ist; (2) wie dies in einem bestimmten Medienangebot umgesetzt wird; (3) wie dies wiederum durch die Kommunikationsteilnehmer genutzt wird.

 

Disponibilität

Disponibilität ist eines der Merkmale zur Beschreibung und Bewertung medialer Kommunikation. D. bezeichnet den Grad an Verfügbarkeit eines Medienangebots im Hinblick auf die
situativen  Bedingungen  der  Nutzung  und  damit  die  Möglichkeiten  für  Kommunikationsteilnehmer, Ort und Zeitpunkt der Nutzung eines Mediums wählen zu können. Der Vorsprung  der  Pressemedien  im  Hinblick  auf  D.  ist  mittlerweile  durch  die  Entwicklung  der  Online-Medien  weitgehend  aufgeholt  worden.  Durch  die  Möglichkeiten  der  Mobilkommunikation
(Smartphones,  UMTS-  und  Nachfolger-Netze)  ist  die  Computernutzung  nicht  mehr  an  den Ort gebunden und hat an D. gewonnen. Zu unterscheiden ist: (1) welches Potential an D. in einem  Medium  enthalten  ist;  (2)  wie  dies  in  einem  bestimmten  Medienangebot  umgesetzt wird; (3) wie dies wiederum durch die Kommunikationsteilnehmer genutzt wird.

 

Gesellschaftliches Medienrepertoire

Unter einem gesellschaftlichen Medienrepertoire wird die Gesamtheit der Medien verstanden, die in einer bestimmten Zeitspanne in einer Gesellschaft (z.B. in der Weimarer Republik oder in Polen nach dem EU-Beitritt) für Kommunikation zur Verfügung stehen. Das g.M. ist eine langfristig veränderliche Größe, da Medien zum g.M. hinzutreten oder sich aus ihm entfernen. Das g.M. setzt sich aus Medientypen zusammen (wie z.B. überregionale Abonnementszeitung oder Videoplattform), für die bestimmte Prototypen ausgebildet sind (wie z. B. Frankfurter Allgemeine Zeitung oder YouTube). Es umfasst Medien für verschiedene Kommunikationsformen, also für interpersonale Kommunikation, Kommunikation in und zwischen Organisationen und Gruppen sowie öffentliche Kommunikation. Das g.M. beschränkt sich nicht auf die Leitmedien, sondern schließt auch die Medien ein, die nur von einzelnen sozialen Gruppen oder sporadisch genutzt werden. Bedingung ist, dass diese Medien prinzipiell als Mittel gesellschaftlicher Kommunikation gelten, dass sie also von den gesellschaftlich etablierten Medien (bereits oder noch) wahrgenommen werden. Das g.M. bildet die Grundlage für individuelle und gruppenspezifische Medienrepertoires (oder Medienportfolios).

 

Hypertextualität

Hypertextualität ist eines der Merkmale zur Beschreibung und Bewertung medialer Kommunikation. H. bezeichnet den Grad an Verknüpfung zwischen verschiedenen Angeboten oder Teilen eines Angebotes und damit die Möglichkeiten für Kommunikationsteilnehmer, zwischen diesen Angeboten zu wechseln. Diese Möglichkeiten sind bei klassischen Medien schwach entwickelt, bei Online-Medien unterschiedlich stark. Im WWW kann durch Hyperlinks dafür gesorgt werden, dass die Websites – und dabei nicht nur schriftliche Texte, sondern auch Bilder, Filme und Töne – untereinander verbunden werden, oder dass Teile eines Angebots in andere Angebote eingebunden werden (RSS) und so ein eigenständiger neuer „Text“ entsteht. Zu unterscheiden ist: (1) welches Potential an H. in einem Medium enthalten ist; (2) wie dies in einem bestimmten Medienangebot umgesetzt wird; (3) wie dies wiederum durch die Kommunikationsteilnehmer genutzt wird.

 

Informativität

Informativität ist eines der Merkmale zur Beschreibung und Bewertung medialer Kommunikation. I. zielt auf den Wissensgewinn, der von der Nutzung eines medialen Angebots erwartet werden kann. Wie alle Medien können auch Online-Medien unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, wie in und mit ihnen Wissen repräsentiert, verarbeitet und generiert wird. Online-Medien zeichnen sich einerseits dadurch aus, dass sie mehr noch als herkömmliche Medien als Plattform dienen, auf denen sich soziale Beziehungen ergeben, von denen eine hohe I. erwartet wird (social web). Andererseits fungieren Online-Medien als Zugang zu Datenbanken, in denen große Datenmengen durch leistungsfähige Programme individuell genutzt werden können (semantic web).  Zu unterscheiden ist: (1) welches Potential an I. in einem Medium enthalten ist; (2) wie dies in einem bestimmten Medienangebot umgesetzt wird; (3) wie dies wiederum durch die Kommunikationsteilnehmer genutzt wird.

 

Interaktivität

Interaktivität ist eines der Merkmale zur Beschreibung und Bewertung medialer Kommunikation. I. bezeichnet die Möglichkeit für Kommunikationsteilnehmer, sich im Rahmen eines Mediums wechselseitig aufeinander zu beziehen. Diese Möglichkeit ist bei klassischen Medien eher schwach, bei Online-Medien unterschiedlich stark entwickelt. Am unteren  Ende der Interaktivitätsskala stehen die Auswahl aus den vorproduzierten Angeboten eines Anbieters (Selektion) und Rückkopplungen des Anbieteres darauf, z.B. durch Anpassung des Angebots; darüber steht die Möglichkeit, als Nutzer eines Mediums zwischen den Rollen Rezipient und Kommunikator zu wechseln (Interaktion); am oberen Ende steht die Möglichkeit, Einfluss auf die jeweiligen Regeln für die mediale Kommunikationsbeziehung zu nehmen (Partizipation). Zu unterscheiden ist: (1) welches Potential an I. in einem Medium enthalten ist; (2) wie dies in einem bestimmten Medienangebot umgesetzt wird; (3) wie dies wiederum durch die Kommunikationsteilnehmer genutzt wird.

 

IP-TV

Mit IP-TV (Internet-Protocol-Television) wird ein Angebot auf Basis des Internets bezeichnet, bei dem ein Anbieter Abonnenten ein Bouquet an Fernsehprogrammen in einer zugesicherten Qualität und zum Teil mit Exklusivrechten über das Internet auch für den mobilen Empfang (z.B. über Handys) zur Verfügung stellt. Im Gegensatz dazu bezeichnet TV-over-Internet oder Web-TV die Möglichkeit, im WWW frei verfügbare Fernsehprogramme zu nutzen. Für I. werden derzeit noch unterschiedliche Sendungs-, Übertragung-, Empfangs- und Finanzierungsvarianten erprobt. Der Dienst erlaubt interaktive Zusatzfunktionen, wie z.B. Video-on-Demand, Bestellungen, Abrechnungen. Von der Durchsetzung des I. wird eine weitere Diversifizierung der Fernsehmärkte erwartet.

 

Logfile-Analyse

Die Logfile-Analyse (oder Protokolldateianalyse) ist ein Verfahren, automatisch bei der Nutzung des Internets protokollierte Daten auszuwerten. Daten können sich beziehen auf Frequenz, Dauer, Zeitpunkt, Inhalt, Form, Verlauf, Ausgangs- und Endpunkt der Nutzung von Browsern, Websites, Links, Suchmaschinen usw. Jede Internet-Anwendung hat ihr
eigenes Logfile-Format. Eine Vielzahl von Programmen steht für die L. zur Verfügung. Diese Daten können zu unterschiedlichen Zwecken verwendet werden: Kontrolle der Nutzer, Optimierung der Angebote, Beschreibung, Erklärung und Prognose von Nutzerverhalten.

 

Mediatisierung

Unter Mediatisierung (oder Medialisierung) wird ein medienbedingter Strukturwandel der gesellschaftlichen Kommunikation verstanden. In allen Bereichen wie Politik, Wirtschaft und Wissenschaft verändern sich die sachlichen, zeitlichen, räumlichen und sozialen Strukturen der Kommunikation vor allem dadurch, dass sich die Akteure zunehmend an den Medien orientieren. Tendenziell werden damit die Deutungsmuster, Rhythmen, Horizonte und Rollenvorgaben der Medien dominant für die Kommunikation; dies gilt nicht nur für die öffentliche Kommunikation, sondern auch für die innerorganisatorische und für die interpersonale Kommunikation. Folglich verändert sich die Kommunikation, wenn sich die medialen Bedingungen verändern: Im Zuge der Medienevolution steigern die Medien durch technologische, soziale und organisatorische Innovationen ihre Vermittlungsleistung. Die Potentiale nehmen sprunghaft immer dann zu, wenn sich neue Leitmedien durchsetzen, wie z.B. die Online-Medien. Von diesen neuen Möglichkeiten sind auch die Kommunikationsformen berührt, die auf traditionellen Medien basieren.

 

Microblogging

Mit Microblogging wird ein Online-Medium bezeichnet, das aus Instant-Messaging-Diensten wie ICQ und später Skype hervorgegangen ist. Es bietet die Möglichkeit, Textmitteilungen mit einer eng begrenzten Zeichenlänge an Abonnenten automatisch zu verschicken und auf einer allgemein zugänglichen Website zu veröffentlichen. Die Zeichenbeschränkung macht es besonders geeignet für mobile Internetnutzung. Mit Abstand erfolgreichster Anbieter ist derzeit Twitter.

 

Multifunktionalität

Multifunktionalität ist eines der Merkmale zur Bewertung und Beschreibung medialer Kommunikation. M. bezeichnet den Grad der Unterschiedlichkeit von Leistungen, die in einem Medium integriert werden, und damit die Möglichkeiten für Kommunikationsteilnehmer, verschiedene Kommunikationsleistungen ohne Medienbrüche in Anspruch zu nehmen, z.B. Information, Rekreation, Kalkulation, Transaktion (Bestellen, Bezahlen, Votieren) und Meta-Kommunikation. Diese Möglichkeit ist bei Online-Medien stärker ausgeprägt als bei klassischen Medien; sie bieten eine große Bandbreite an Optionen, zwischen denen mit geringem Aufwand gewechselt werden kann. Zu unterscheiden ist: (1) welches Potential an M. in einem Medium enthalten ist; (2) wie dies in einem bestimmten Medienangebot umgesetzt wird; (3) wie dies wiederum durch die Kommunikationsteilnehmer genutzt wird.

 

Multimedialität

Multimedialität ist eines der Merkmale zur Beschreibung und Bewertung medialer Kommunikation. M. bezeichnet den Grad an Unterschiedlichkeit der Zeichensysteme, die in einem Medienangebot verknüpft werden, und damit die Möglichkeiten für Kommunikationsteilnehmer, zwischen verschiedenen Darstellungsformen zu wechseln, z.B. zwischen Ton, Bewegtbild und Schrift. Dies setzt voraus, dass entsprechende Ein- und Ausgabegeräte zur Verfügung stehen. Der Grad an M. ist bei den Online-Medien höher als bei klassischen Medien. Zu unterscheiden ist: (1) welches Potential an M. in einem Medium enthalten ist; (2) wie dies in einem bestimmten Medienangebot umgesetzt wird; (3) wie dies wiederum durch die Kommunikationsteilnehmer genutzt wird.

 

Online-Medien

Unter Online-Medien (oder computernetzbasierte Medien, Computermedien, Internetmedien) werden institutionalisierte (d.h. durch Regeln strukturierte) Formen der Vermittlung von Kommunikationsteilnehmern verstanden, deren Spezifikum es ist, durch die Nutzung von Computernetzen eine in hohem Maße adaptive, hypertextuelle, informative, interaktive, multifunktionale und multimediale Kommunikation zu ermöglichen. Dabei sind alle Konfigurationen von Kommunikation (One-to-One, One-to-Many, Few-to-Few usw.) und damit auch alle Abstufungen von Publizität eingeschlossen („Hybridmedium Internet“). Die wichtigste technische Basis der Online-Medien ist das Internet, dessen Kern ein Standard für den Datenaustausch bildet, der die Verbindung von Computernetzen ermöglicht (TCP/IP). Das WWW und E-Mail sind die meist genutzten Anwendungen auf Basis des Internets, die ihrerseits spezielle Standards nutzen (HTTP bzw. SMTP). Internetbasierte Anwendungen bilden die Online-Medien im engeren Sinne. Dieser Kern ist umgeben von einem breiten Rand aus Anwendungen, die auch zu den Online-Medien im weiteren Sinne zählen wie z.B. die Offline-Nutzung von Online-Angeboten (z.B. Podcast).

 

Online-Medienlogik

Unter Online-Medienlogik wird ein Satz von grundlegenden Regeln verstanden, der sich auf Online-Medien bezieht und sich unterscheidet von dem anderer Medien, wie z.B. dem Fernsehen. Eine Logik ermöglicht basale Unterscheidungen, so zwischen wahr und falsch, zwischen ego und alter, zwischen vorher und nachher. Ohne diese Grundlage wären Kognition und Kommunikation, Wahrnehmung, Ordnung, Schlussfolgerung und Verständigung nicht denkbar. Die in (Online-)Medien eingeschriebenen Regeln prägen diese Logik und damit das Denken, Erleben, Verstehen, Mitteilen und Handeln von Kommunikationsteilnehmern. Wie etwa an den Prinzipien von Suchmaschinen exemplarisch gezeigt werden kann, sind mit einzelnen Online-Medien spezifische Regeln in sachlicher, sozialer und zeitlicher Hinsicht verbunden, die in der Aneignung dieser Medien gelernt und aktualisiert werden. Diese Regeln betreffen vor allem die Relevanz von Kommunikationsinhalten, das Verhältnis und die Merkmale der jeweiligen Kommunikationsteilnehmer sowie den Ablauf von Kommunikationsprozessen.

 

Online-Zeitung

Mit Online-Zeitung wird ein Angebot im WWW bezeichnet, bei dem die Prinzipien der Tageszeitungen den Möglichkeiten des WWW angepasst werden. So sind O. in der Regel aktueller als gedruckte Tageszeitungen; sie erlauben neben Text und Bild auch Bewegtbilder und Töne; sie können durch Verlinkung die direkte Nutzung von weiteren Informationsangeboten ermöglichen; sie ermöglichen die Integration von interaktiven Formaten und von Transaktionen (z.B. Bestellungen oder Abstimmungen). O. sind Teil crossmedialer Strategien von Presseverlagen. Zu unterscheiden sind: Übernahmen von gedruckten Zeitungsinhalten und -formen ins WWW; Angebote, die eine individualisierte Zusammenstellung von Teilen gedruckter Zeitungen ermöglichen, die online geordert, aber gedruckt verteilt werden (z. B. www.niiu.de); Netzangebote mit Anbindung an einen Presseverlag, aber eigener Redaktion (z. B. sueddeutsche.de); ausschließlich im WWW erscheinende Angebote von eigenständigen Anbietern (z.B. die mittlerweile weitgehend eingestellte netzeitung.de).

 

Peer-to-Peer-Netz

Mit Peer-to-Peer-Netz (oder File-Sharing-Netz) wird ein Computer-Netzwerk mit einer bestimmten Architektur bezeichnet, in der die Teilnehmer sowohl die Client-Rolle als
auch die Server-Rolle einnehmen können, also sowohl Dateien auf ihren
Netzknoten (Computer) empfangen (downloaden), als auch von ihren Netzknoten
senden (zum Upload bereithalten). Dies wird genutzt, um z.B. Musikdateien zu suchen und auszutauschen (File-Sharing). P.e weisen unterschiedliche Konfigurationen auf und werden durch unterschiedliche technische Standards und Nutzungsregeln gebildet und aufrechterhalten. Auf dieser technischen Basis kann sich eine Konfiguration von Kommunikanten etablieren, die sich durch flache Hierarchien auszeichnet. Beispiele für ein P. sind Gnutella, BitTorrent, FastTrack. Genutzt werden P.e vor allem zum Austausch von Software und von Musik- oder Filmdateien.

 

Podcast

Mit Podcast wird ein Angebot im WWW bezeichnet, bei dem ein Anbieter – z. B. eine Medien- oder politische Organisation oder eine Privatperson – audiovisuelle Dateien bereitstellt, die von Rezipienten heruntergeladen und zu beliebiger Zeit und an beliebigem Ort genutzt werden. P.s können abonniert werden, indem die Quellen der P.s automatisch vom Computer des Abonnenten auf neue Beiträge überprüft und diese dann angezeigt bzw. heruntergeladen werden (via RSS-Feed). Es haben sich themenspezifische P.s als reguläre Angebote herausgebildet (z. B. Nachrichten für Politik, Sport oder Wissenschaft). Die Zutrittsschwellen für Produzenten und Konsumenten von P.s sind niedrig.

 

Social-Network-Sites

Mit Social-Network-Sites (oder Netzwerkplattformen) wird ein bestimmtes Angebot im WWW bezeichnet, das die Basis für eine Online-Community bildet. Auf S. können Personen sich persönlich darstellen, ihren Freundes- und Bekanntenkreis offenlegen, nach anderen suchen, eigene Anwendungen betreiben, mit anderen kommunizieren und ihr soziales Netz erweitern. Beispiele sind Facebook, MySpace, StudiVZ oder Xing, die sich im Hinblick auf die Größe und die Zielgruppe unterscheiden.

 

User-Generated-Content

Mit User-Generated-Content (oder anwendergenerierte Angebote, User-Selected-Content) werden diejenigen Online-Angebote bezeichnet, als deren Urheber Einzelpersonen ohne ausgewiesene Organisationsbindung fungieren. Dies betrifft auch Angebote, die innerhalb eines organisierten Rahmens angeboten werden, z.B. auf Videoportalen oder Social-Network-Sites. Das Gegenstück könnte mit Organization-Generated-Content (organisationsgenerierte Angebote) bezeichnet werden; das sind diejenigen Online-Angebote, als deren Urheber etablierte Medien- oder politische Organisationen ausgewiesen sind.

 

Videoportale

Mit Videoportalen (oder Videoplattformen) wird ein Angebot im WWW bezeichnet, bei dem ein Anbieter nicht nur audiovisuelle Dateien zur Nutzung bereitstellt, sondern auch den Nutzern die Möglichkeit bietet, selbst solche Dateien hochzuladen, zu kommentieren, zu empfehlen u.a.m. Die Videos können selbst produziert sein, sie können aber auch aus anderen Medien entnommen sein, z.B. aus dem Fernsehprogramm. Beispiele sind YouTube, MyVideo oder Clipfish. Mediatheken z.B. der Fernsehanbieter und Online-Videotheken erlauben nur eine eingeschränkte Benutzung, z.B. nicht das Hochladen von Videos.

 

Weblog

Mit Weblog (oder Blog) wird ein Angebot im WWW bezeichnet, deren spezifische Kennzeichen in sachlicher, zeitlicher und sozialer Hinsicht sind:

  • In einem Blog wird in einer persönlich gefärbten Weise zu Themen öffentlich Stellung genommen, die aus einem breiten Spektrum ausgewählt werden können (von Alltagserlebnissen bis zum Zeitgeschehen).
  • In einem Blog kann mit Beiträgen unmittelbar auf Ereignisse oder Beiträge anderer öffentlich reagiert werden. Die Beiträge werden kontinuierlich tagebuchartig in einer umgekehrten chronologischen Reihenfolge aufgelistet, so dass die Diskussion langfristig nachvollziehbar ist.
  • Die Zugangsschwellen zu den verschiedenen Kommunikationsrollen in einem Blog sind niedrig (Kommunikatoren, Rezipienten, Kommentatoren, Multiplikatoren, Betreiber von Plattformen). Die Teilnahme ist durch Regeln für Zugang, Inhalte und Verfahren strukturiert.

Blogs sind in der Regel untereinander und mit anderen Websites verknüpft und können über spezielle Suchmaschinen nach Themen oder Urhebern durchsucht werden. Es haben sich verschiedene Formate herausgebildet, die vor allem unterschieden werden können nach dem Inhalt (z.B. ob Text- oder Videoblog), dem Urheber (z.B. ob Privatperson oder Organisation), der Lebensdauer (z.B. ob punktuell oder langfristig) oder dem Zweck (z.B. ob zu spezifischen Problemen oder zu allgemeinem Räsonnement).

 

Webradio

Unter Webradio (oder Internet-Broadcaster) wird ein Angebot im WWW bezeichnet, bei dem entweder ein Anbieter ein Radioprogramm nur über das Internet und damit weltweit, aber mit faktisch meist begrenzter Empfängerzahl verfügbar macht, oder er ein Radioprogramm, dass über andere Übertragungswege verbreitet wird, auch über das Internet verfügbar macht – vollständig oder in Teilen, zeitgleich oder zeitversetzt in zentraler oder in dezentraler Verteilungsform.