5. März 2015

Nachruf auf Kurt Imhof


Kurt Imhof war kein Gutachter der Forschergruppe, aber viele für die Forschergruppe maßgebliche Konzepte und Ideen haben wir auf seinen Mediensymposien in Luzern und Zürich entwickelt und erörtert. Seine Vorstellung von „Mediengesellschaft“ war eine der Quellen, aus denen wir geschöpft haben. Mit seiner dezidiert normativen Orientierung und seiner öffentlichkeits-theoretisch begründeten Skepsis gegenüber unseren Ansätzen, Befunden und Designs war er das beste Korrektiv, das man sich wünschen konnte. Seine Urteile waren schnell und hart; man musste auf der Hut sein, das hielt wach.
Leider, leider ist es schon nicht mehr gelungen, unsere Diagnose des strukturellen Wandels der politischen Kommunikation mit ihm persönlich zu erörtern oder ihn dafür zu gewinnen, auf unserer Fachtagung im Februar mit uns die Thesen zu den politischen Folgen von Online-Kommunikation zu diskutieren. Er hat dort gefehlt und wird auch in Zukunft sehr fehlen. Wir werden oft ins Publikum schauen und nach seinem Augenblick suchen. Gerne hätte man ihm eines der eigenen trägen Jahre geschenkt – nicht ganz uneigennützig, denn das hätte ja auch einen selbst ungemein belebt.


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