13. November 2013

Netzpolitik.org veröffentlicht Buch zum NSA-Skandal


Anders als vor einigen Monaten von der deutschen Politik proklamiert ist das Thema der Überwachung durch Geheimdienste noch nicht vom Tisch und kontinuierlich erhält die Debatte um die Freiheit und Sicherheit im Internet neues Feuer. Am Donnerstag, den 14. November 2013, veröffentlicht das Blog-Portal netzpolitik.org nun ein Buch über die Enthüllungen Edward Snowdens – Mitten in der laufenden Debatte.

„Überwachtes Netz – Edward Snowden und der größte Überwachungsskandal der Geschichte“, so lautet der Titel. Man vermutet zunächst eine Zusammenfassung und Nacherzählung der NSA-Enthüllungen, zu einem Zeitpunkt zu dem dies noch sehr verfrüht und unvollständig wäre. Auf netzpolitik.org heißt es, das Ziel dieser Publikation sei, „im Sinne von Edward Snowden darüber nach[zu]denken, was wir aus den Enthüllungen lernen können.“[1] Ein löblicher Ansatz, da genau dies aus Sicht netzpolitischer Fragen von hoher Relevanz ist. In einer Zeit, in der so viele Daten wie niemals zuvor produziert werden, stellt sich die Frage nach der Wahrung der Kommunikationsfreiheit und die Sicherung von Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit neu.

Zu diesen Themen äußern sich in dem von Markus Beckedahl und Andre Meister herausgegebenen Buch knapp 50 internationale Experten. Sie gehen dabei auf Fragen ein wie „Wie müssen wir als Gesellschaft(en) darauf reagieren, dass Geheimdienste im Hintergrund in den vergangenen Jahren das Netz zu einer globalen Überwachungsinfrastruktur umgebaut haben? Was sind konkrete Folgen dieser Überwachung? Und was muss technisch und politisch jetzt getan werden, damit wir unser Netz und unsere Privatsphäre zurück erobern können?“[2]. Die Relevanz des Buches ergibt sich aus den vielen verschiedenen Perspektiven, aus denen diese Fragen beantwortet oder zumindest beleuchtet werden. Eine Liste der Autoren inklusive Kurzportraits hat netzpolitik.org online bereitgestellt (https://netzpolitik.org/wp-upload/9783944622026_Autorenportraits.pdf).

Ob die Veröffentlichung eines solchen Bandes zum jetzigen Zeitpunkt nicht doch etwas verfrüht ist und innerhalb kurzer Zeit aufgrund von Überholung in der Versenkung verschwindet oder es genau zum richtigen Zeitpunkt kommt, um die Debatte am Leben zu erhalten und zu konkreten Vorschlägen zu gelangen, wird sich zeigen. Ein öffentliches Bewusstsein dafür, dass die Überwachung der Netzkommunikation weitreichende gesellschaftliche und politische Folgen hat, scheint sich jedoch zu entwickeln.

Zunächst erscheint das Buch als E-Book am 14. November. Ab dem 25. November soll es dann als Taschenbuch erhältlich sein. Zum Launch am Donnerstag den 14. November findet eine Diskussionsrunde in den Räumen von Zeit-Online in Berlin statt. Zu Gast ist mit Beckedahl auch einer der beiden Herausgeber. Moderiert wird die Runde von Kai Biermann, der ebenfalls einen Beitrag für das Buch verfasst hat. Man darf gespannt sein wie die Rezensionen des Sammelbandes ausfallen.

 

Das Inhaltsverzeichnis und eine kleine Leseprobe finden sich hier: https://netzpolitik.org/wp-upload/9783944622026_leseprobe_01.pdf

 



[1] Ankündigung auf netzpolitik.org: https://netzpolitik.org/ueberwachtes-netz/

[2] Ankündigung auf netzpolitik.org: https://netzpolitik.org/ueberwachtes-netz/

 


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