21. März 2013

Microsoft-Studie: Social TV und Second Screen im Aufwärtstrend


Laut einer neuen Studie im Auftrag von Microsoft Advertising ist die parallele Nutzung von Fernsehern, Tablets und weiteren Geräten (Second Screen) bei über zwei Dritteln der Verbraucher verbreitet. Unter anderem wird dabei über soziale Netzwerke geteilt, was gerade im TV passiert. Für Fernsehsender ergeben sich daraus neue Möglichkeiten.

Die Studie von Marktforschern vom Flamingo Institute sowie Ipsos OTX fand heraus, dass 68 Prozent der Verbraucher einen Nutzungsstil mit mehreren Geräten zugleich haben, bei dem die konsumierten Inhalte keinen direkten Zusammenhang haben – ganz klassisch etwa das Checken der E-Mails während gleichzeitig der Fernseher läuft.
Hingegen nutzten 57 Prozent der Verbraucher den Second Screen auch gezielter und recherchierten mit dem zweiten Gerät zum Geschehen auf dem ersten Screen, zum Beispiel Informationen zu einem Schauspieler im gerade gesehenen Film. Weiterhin würden 46 Prozent über mehrere Geräte zusammenhängendes Multitasking betreiben – wie mit dem Smartphone Erfahrungsberichte über ein Restaurant lesen und am Desktop-Rechner die Tischreservierung vornehmen. Unter 39 Prozent der Verbraucher sei es auch verbreitet, auf dem zweiten Gerät über soziale Netzwerke zu teilen, was gerade auf dem ersten Gerät passiert.

Noch konzentrieren sich die virtuellen Diskussionen rund um das TV-Programm vor allem auf den Kurznachrichtendienst Twitter. Den Trend, der aus Amerika langsam über den großen Teich nach Deutschland schwappt, haben einige Unternehmer jedoch bereits erkannt und bieten eigene Portale wie couchfunk oder zapitano an, oft auch mit eigener App. Die Benutzerführung ist auf den ersten Blick etwas übersichtlicher als bei Twitter: Während man Diskussionen über eine bestimmte Sendung hier meist über die Hashtags findet, können Nutzer der Plattformen das gewünschte Programm einfach aus einer Liste auswählen.

„Die Plattformen versuchen, diejenigen zu gewinnen, die an Twitter kein Interesse haben oder es vielleicht nicht kennen“, sagt Christopher Buschow vom Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung in Hannover.

Damit das gelingt, bieten sie Mehrwerte wie Führer für das aktuelle TV-Programm, einen eigenen Bundesliga-Ticker oder Promi-News. Darüber hinaus können Schauspieler aus Filmen oder Serien bewertet werden. Die Plattformen haben jedoch einen Nachteil.

Genutzt werden die Angebote aufgrund völlig unterschiedlicher Motive, wie Studien zeigen. Zum einen verlagern Menschen ihre Aktivität ins Internet, wenn ihre Aufmerksamkeit für den TV-Bildschirm nachlässt. Zum anderen sei genau das Gegenteil der Fall: Sendungen, die Zuschauer besonders stark involvieren und emotionalisieren, werden mit Informationen und Unterhaltungen aus dem Web angereichert. Die Internet-Nutzer haben für bestimmte Sendungen besondere Vorlieben.

„Es eignen sich vor allem Formate, die live übertragen werden, zum Beispiel Sport oder politische Debatten in Talkshows“, so Christopher Buschow.

Viel Gesprächsstoff böten auch Formate, die konstant stattfinden, wie tägliche Serien oder der sonntägliche Tatort. Besonders intensiv ist der Austausch im Internet über Großereignisse wie Fußball-Weltmeisterschafen, die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele und den Eurovision Song Contest.

Für Fernsehsender ergeben sich daraus neue Möglichkeiten.

„Social Media ist ein guter Feedback-Kanal, aus dem man Dinge lernen kann“, sagt Buschow.

Lob und Kritik wird den Sendern damit in Echtzeit geliefert. Und auch Zuschauer haben damit höhere Chancen, dass ihre Kritik und ihr Lob gehört werden.

 

Weiter Information finden Sie unter heise online.


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