5. April 2013

Hochschule Anhalt bildet Social Media Profis aus


Die Hochschule Anhalt in Bernburg bietet ab April einen Studiengang zum Umgang mit sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter an. Mit dem Masterstudiengang „Online-Kommunikation“ sollen die Teilnehmer lernen, wie sie Online-Medien für Politik und Wirtschaft erfolgreich nutzbar machen.

An der Hochschule Anhalt stehen ab diesem Semester Facebook, Twitter und Co. auf dem Lehrplan. 20 Studenten sind seit dem 1. April auf dem Bernburger Campus für den neuen – und deutschlandweit einmaligen – Masterstudiengang „Online-Kommunikation“ eingeschrieben. Dr. Hendrik Send (36) hat den Studiengang konzipiert:

„Besonderes Augenmerk liegt auf der Praxis.“

Mehrere Unternehmen seien an Bord und würden schon während des Studiums Praxisprojekte erteilen. Denn die Bedeutung der Online-Kommunikation wachse branchenübergreifend.

Facebook: Deutschlands 1. Facebook-Uni

Dr. Hendrik Send (36) erklärt den Studenten den professionellen Einsatz von Facebook, Twitter & Co.

Es gehe bei weitem nicht nur um Facebook, sondern vielmehr um die größeren Zusammenhänge, erklärt Send:

„Auch wenn das soziale Netzwerk ein zentraler Bestandteil ist, decken wir ebenso andere Aspekte ab, wie interne Unternehmens-Kommunikation, Redaktionssysteme und Podcast-Produktion. Die Studenten sollen verstehen, wie man Online-Medien in Politik und Wirtschaft erfolgreich bündelt und einsetzt. Wir wollen hier eine neue Generation von Führungskräften ausbilden, die mit den immer neuen Herausforderungen einer fortschreitenden Digitalisierung umzugehen weiß.“

Laut Professor Daniel Michelis ist die Hochschule in Bernburg die erste staatliche Einrichtung in Deutschland, die einen solchen Studiengang anbietet. „Es gibt da wirklich eine Lücke – die Leute kennen Facebook und Twitter aus ihrem Privatleben“, sagte Michelis. Wer sich aber die Online-Welt zunutze machen will, um Produkte oder Dienstleistungen an den Mann zu bringen, stoße an seine Grenzen. Die Studenten würden in dem Studiengang lernen, die Brücke von der alltäglichen Nutzung zu ihrer Arbeit zu schlagen.
Michelis kündigte an, er wolle künftige Marketing-Profis nach Bernburg holen. Für den Studiengang würden Studenten zugelassen, die schon einen Bachelor in Wirtschafts- oder Kommunikationswissenschaften hätten. Selbst sie wüssten manchmal nicht, was alles mit Facebook, Twitter und den anderen sozialen Angeboten im Netz machbar sei.

Größere Unternehmen haben inzwischen erkannt, dass Profis im Umgang mit sozialen Netzwerken gebraucht werden. Die Geschäftsführerin des Kommunikationsverbandes, Katharina Stinnes, wies daraufhin, wie gefährlich eine von Internet-Nutzern angezettelte Kampagne werden kann, auf die niemand richtig reagiere. Das sei keine Sache für den Praktikanten oder die Aushilfe.
Auch der Bildungsbeauftragte des Bundesverbandes deutscher Pressesprecher, Ulrich Kirsch, sieht einen Bedarf. Sehr viele Unternehmen hätten noch keine Online-Strategie, speziell was soziale Netzwerke angehe.

Undwie kommt das Konzept bei den Erstsemestlern an? Student Hannes Schauerhammer (23) twitterte bereits fröhlich aus der ersten Veranstaltung:

„Wir gehen jetzt #Twitter studieren. #hsanhalt #mok“

 

Weitere Informationen zum Studiengang finden Sie hier.


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