27. November 2012

Wortgefechte um Gaza


Der jüngste Konflikt zwischen Israel und der Hamas eskaliert auch im Web. Via Twitter, facebook, YouTube und Co. kämpfen die Konfliktparteien mit gezielten Bildern und Schlagzeilen um die internationale öffentliche Meinung.

Israel und die Hamas begleiten die Kämpfe im Gazastreifen mit einer bisher ungekannten Offensive im Internet. Über soziale Netzwerke berichten sie praktisch in Echtzeit über Raketenangriffe und Opferzahlen. Kurz nachdem eine israelische Rakete den Militärchef der Hamas, Ahmed al-Dschabari, traf, folgte ein Link zum Video, das den Raketenangriff zeigen soll, und ein Schlagabtausch auf Twitter:


Der erbitterte Streit im Internet beschränkt sich nicht nur auf Twitter: Die Hamas unterhält eine Facebook-Seite und eine mehrsprachige Website. Die israelische Armee verfügt über Profile auf Facebook, dem Fotodienst Flickr und der Videoplattform Youtube. Die dortigen Einträge, wie Bilder oder Videos, sind auf Viralität ausgelegt. Ein Bild des getöteten Hamas-Militärchefs Ahmed Dschabari mit dem aufgestempelten Wort „eliminated“ auf der Facebook-Seite der Armee wurde fast 7.000 Mal weiterverbreitet.

„Twitter hat sich seit dem letzten Krieg vor vier Jahren zu ‚einer zusätzlichen Kriegszone‘ entwickelt“, sagte eine Sprecherin des israelischen Militärs.

Über die sozialen Netzwerke könne Israel Informationen an den Medien vorbei direkt ins Netz geben. Seit zwei Monaten unterhält die Armee eine eigene Abteilung für interaktive Medien mit 30 Soldaten. Mit der Präsenz auf allen Kanälen versuchen Israel und die Hamas, die Öffentlichkeit auf ihre Seite zu ziehen.

„Sie verstehen, dass man solche Konflikte nicht mit einer Bodenoffensive gewinnt; man gewinnt sie über die öffentliche Meinung“, sagte Tamir Sheafer, der an der Hebräischen Universität Jerusalem lehrt.

Gleichzeitig berge das aggressive Werben im sozialen Netz Stolperfallen, sagte Natan Sachs, ein Experte der Washingtoner Brookings Institution. Andere Nutzer könnten direkt auf die Nachrichten reagieren, teilweise mit sarkastischen Bemerkungen. Mit Blick auf die israelische Armee urteilt Sachs:

„Am Ende des Tages zählen ihre politischen Entscheidungen und nicht ihre Twitternachrichten.“

 


Artikel zum Thema finden Sie auf Der Westen und auf Spiegel Online.


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