20. März 2012

Nach Internet-Enquete-Anhörung: Große Resonanz im Web (Update)


Die gestrige öffentliche Anhörungder Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ zum Strukturwandel der politischen Kommunikation und Partizipation hat für Resonanz in der Online-Community gesorgt. Die bisherigen Berichte haben wir in einer Linkschau zusammengefasst.

Das Parlament: Auf dem Platz. INTERNET-ENQUETE. Trotz Twitter, Facebook und Adhocracy: Experten dämpfen Hoffnungen auf stärkere politische Teilhabe

Zwar habe sich das Internet als Informationsmedium etabliert, doch werde es als Medium aktiver politischer Partizipation nur von einer kleinen Anzahl der Internetnutzer genutzt, urteilte der Politikwissenschaftler Markus Linden von der Universität Trier. Professor Christoph Neuberger von der Ludwig-Maximilians-Universität München machte auf eine mögliche digitale Spaltung aufmerksam. Es bestehe die Gefahr, dass „die üblichen Verdächtigen“ sich das Medium zu Eigen machten, sagte Neuberger.

Heise online: Experten sehen Chancen der Online-Demokratie nüchtern

Forscher waren sich während einer Anhörung der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Bundestags am Montag einig, es sei überzogen gewesen, frühzeitig zu erwarten, durch das Internet könnten politische Prozesse revolutioniert und die Demokratie gestärkt werden. […] Der Düsseldorfer Medienwissenschaftler Gerhard Vowe stimmte ein: „Die Hälfte der Bevölkerung macht einen weiten Bogen um jegliche politische Kommunikation.“ Daran ändere das Netz wenig.

Polisphere: Öffentliche Anhörung zum Strukturwandel der politischen Kommunikation und Partizipation

Das Internet habe sich zwar als Informationsmedium etabliert, doch zur aktiven politischen Partizipation nutzen es nur wenige, urteilte auch der Politikwissenschaftler Markus Linden von der Universität Trier. Daniel Reichelt, Vorstandsvorsitzender des Vereins Liquid Democracy, stellte die Ergebnisse der Nutzerbefragung der adhocracy-Beteiligungsplattform vor und erklärte, dass mehr als 70 Prozent der Ansicht seien, dass sie mit ihrer Beteiligung keinen Einfluss auf die Politik nehmen könnten.

Politik-digital: Internet-Enquete: Progression statt Stagnation?

Das Gefühl, dass die digitale Beteiligung noch zu gruppenspezifisch und techniklastig ist, will nicht so recht weichen. Was bleibt, ist die Erkenntnis einiger Experten, dass Handlungsbedarf vonnöten ist. Konkrete Zugeständnisse konnte man gestern allerdings wieder nicht erwarten.

Der Sozialticker: Internet hat nur eingeschränkte Wirkung auf politische Teilhabe

Der Kommunikationswissenschaftler Neuberger betonte zugleich die wichtige Vermittlerrolle des Journalismus beim Strukturwandel der politischen Kommunikation. Statt einer Konkurrenz, so Neuberger, gebe es eine Ergänzung zwischen Journalismus und „Social Media“. „Journalisten werden nicht überflüssig“, machte er deutlich.

 

 


Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.