21. Januar 2012

Linkschau, 21. Januar 2012: Netzpolitik aktuell: Von Anti-Piraterie-Gesetzen, Hackerangriffen und Filehoster-Verboten


Die Nachricht hatte zu Beginn der Woche für Aufruhr gesorgt: SOPA und PIPA, zwei US-Gesetzesentwürfe, sollten die Verbreitung von Raubkopien durch Internetsperren verhindern – und lösten heftigen Protest in der Netzgemeinschaft aus. Mehr als sieben Millionen Menschen unterzeichneten eine von Google initiierte Petition, in der es hieß, das Gesetz zensiere das Internet und belaste amerikanische Unternehmen. Für 24 Stunden war die englischsprachige Version der Online-Enzyklopädie Wikipedia nicht zu erreichen, Twitter registrierte allein am Mittwoch mehr als 2,4 Meldungen mit den Schlagwörtern der Protestaktion. Die Aktionen gegen das umstrittene Gesetz haben Wirkung gezeigt: Im US-Kongress ist die Entscheidung über SOPA verschoben worden.

Die für Dienstag im Senat geplante Probeabstimmung werde „angesichts der jüngsten Ereignisse“ nicht stattfinden, erklärte der demokratische Mehrheitsführer Harry Reid.

Im SWR2-Interview gibt Daniel Leisegang von „Blättern für deutsche und internationale Politik“ eine interessante Einschätzung zu den Protesten.

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Die „Hacktivisten“ von Anonymous nehmen SOPA offenbar zum Anlass für verstärkte Aktivitäten gegen die Firma Sony: Weil sich der Konzern zunächst für den umstrittenen Gesetzesentwurf stark gemacht hatte, gab es bereits zu Beginn des Jahres einen Hackerangriff, der nach Informationen des SC Magazins am kommenden Montag wiederholt werden soll.

„Die Gruppe dürfte es auf sony.com und den Sony Music Store abgesehen haben. Die „HacktivistInnen“ wollen auf die Webseite BitTorrent-Dateien hochladen, die von Usern heruntergeladen werden können. Filesharing ist ein Punkt der durch SOPA unterbunden werden soll.“

Der Standard: Anonymous plant erneuten Angriff auf Sony am Montag.

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Aus Protest gegen die Schließung des Filehosters Megaupload hat Anonymous außerdem gezielte Attacken gegen das FBI, das US-Justizministerium sowie einige Lobbygruppen und Plattenlabels begonnen.

„The fact is that the vast majority of Mega’s Internet traffic is legitimate, and we are here to stay. If the content industry would like to take advantage of our popularity, we are happy to enter into a dialogue. We have some good ideas. Please get in touch,“ read a statement posted on Megaupload before the site was taken offline, according to the AP.

Huffington Post: Anonymous Responds To Megaupload Takedown; Claims Credit For DOJ, RIAA, MPAA, Universal Music Outages


1 Kommentar

  1. Ich frage mich zunehmen, was Anonymous mit den ziellosen Aktionen erreichen will. Das ist mittlerweile wie ein blindes, wütendes Randalierern aber so ein Benehmen wird Vorurteile nur noch mehr bestärken, statt Sympathien einzubringen.

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