29. Februar 2012

Deutsche erwarten staatlichen Schutz im Internet


Trotz ACTA-Abkommen und Co.: Fast drei Viertel der Deutschen (74 Prozent) wünschen sich von Staat und Wirtschaft  mehr Schutz vor den Gefahren des Internets. 26 Prozent (mehrheitlich „Digital Natives“) lehnen dagegen jegliche politische und privatwirtschaftliche Reglementierung im Netz ab. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der gestern in Berlin vorgestellten „DIVSI  Milieu-Studie  zu  Vertrauen  und  Sicherheit  im  Internet“.  Im Auftrag  des Deutschen  Instituts  für  Vertrauen  und  Sicherheit  im  Internet  (DIVSI)  hat  das  SINUS-Institut insgesamt  2.047  Menschen bevölkerungsrepräsentativ  in  einer  computergestützten  Face-to- Face-Umfrage zu deren Einstellungen in Bezug auf Vertrauen und Sicherheit im Internet sowie zu  deren  individuellem  Internet-Nutzungsverhalten  befragt.

Ein weiteres erstaunliches Ergebnis: Rund 17 Millionen Menschen in Deutschland leben komplett oder nahezu komplett ohne Internet. Damit  sind  hierzulande  fast  doppelt  so  viele Personen  offline  wie  bislang  angenommen.

Fast 40 Prozent der Menschen in Deutschland sind der Studie zufolge „Digital Outsiders“. Dazu gehören nicht allein diejenigen ohne technischen Zugang zum Internet, sondern auch Menschen, die zwar theoretisch über einen Internet-Anschluss verfügen könnten, im Umgang mit dem Netz jedoch stark verunsichert sind und es daher kaum bzw. überhaupt nicht nutzen. Rund  41  Prozent  (28  Millionen  Menschen)  bezeichnet  die  Studie hingegen als „Digital Natives“. Sie sind mit dem Internet groß geworden und haben es voll in ihr Leben integriert. Als dritte Gruppe identifizieren die Forscher schließlich „Digital Immigrants“ identifiziert (20 Prozent der Deutschen bzw.  rund  14  Millionen  Menschen).  Sie  begrüßen  einerseits  den  kommunikationstechnischen Fortschritt  und  nutzen  das  Internet  gezielt  für  ihre  Zwecke.  Andererseits  nehmen  sie  auch  die negativen  Folgen  des  Digitalisierungsprozesses  wahr,  sind  im  Internet  eher  misstrauisch, skeptisch  und  defensiv  unterwegs.  Sie  beobachten  den  Trend  zunehmender  Offenlegung  der Privatsphäre in sozialen Netzwerken mit Sorge.

Die vollständige Studie kann auf der Seite des DIVSI gelesen und heruntergeladen werden.

 


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